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Mit Einzelunternehmen oder GmbH selbständig machen? Ein Überblick

Ob man sich mit Einzelunternehmen oder GmbH selbstständig macht, gibt eine entscheidende Richtung vor.

Die Entscheidung, ob man sich als Einzelunternehmer selbständig macht oder gleich eine GmbH gründet, ist eine der grundlegenden Fragen bei der Unternehmensgründung. Beide Rechtsformen haben ihre Vor- und Nachteile, die es sorgfältig abzuwägen gilt. Der folgende Beitrag stellt die wichtigsten Aspekte neutral und verständlich dar, um eine Orientierungshilfe zu bieten.

Einzelunternehmen: Schnell und kostengünstig starten

Das Einzelunternehmen ist die einfachste und schnellste Form der Selbständigkeit. Es entstehen kaum Gründungskosten, da kein Notar benötigt wird und keine Stammeinlage erforderlich ist. Die laufenden Kosten für Buchhaltung und Jahresabschluss sind überschaubar: Oft reicht eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, die man sogar selbst mit einer Excel-Tabelle führen kann. Die jährlichen Kosten für Buchhaltung und Steuerberatung liegen häufig unter 1.000 Euro.

Vorteile des Einzelunternehmens:

  • Schnelle und unkomplizierte Gründung
  • Geringe Gründungskosten
  • Einfache Buchhaltung und geringe laufende Kosten

Nachteile:

  • Unbeschränkte persönliche Haftung mit vollem Risiko für das Privatvermögen
  • Steuerliche Belastung ab einem Gewinn von etwa 70.000 Euro wird hoch: Einkommensteuer bis zu 48 % plus rund 27 % Sozialversicherungsbeiträge (Stand 2026)
  • Ab einem Gewinn von ca. 70.000 bis 80.000 Euro wird das Einzelunternehmen steuerlich zunehmend teuer, besonders wenn der Gewinn nicht vollständig privat verbraucht wird

Wann ist das Einzelunternehmen sinnvoll?

Ein Einzelunternehmen ist besonders geeignet, wenn in den ersten Jahren mit niedrigen Gewinnen oder sogar Verlusten gerechnet wird. Auch wenn die Selbständigkeit neben einem Angestelltenverhältnis ausgeübt wird und daher nicht die volle Zeit investiert werden kann, ist diese Rechtsform oft die beste Wahl. Sollte das Unternehmen wachsen und höhere Gewinne erzielen, besteht später die Möglichkeit, in eine GmbH umzuwandeln. Allerdings ist dieser Wechsel steuerlich und rechtlich komplex und sollte mit professioneller Beratung geplant werden.

GmbH: Für höhere Gewinne und Haftungsbegrenzung

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie eignet sich besonders, wenn von Anfang an mit höheren Gewinnen (ab ca. 80.000 Euro) gerechnet wird. Die GmbH wird mit 23 % Körperschaftsteuer besteuert, was im Vergleich zur Einkommensteuer des Einzelunternehmers oft günstiger ist. Zudem fällt auf nicht ausgeschüttete Gewinne keine weitere Steuer an, was Investitionen und Vermögensaufbau erleichtert – vor allem in Kombination mit einer Holding-Struktur.

Vorteile der GmbH:

  • Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, Schutz des Privatvermögens
  • Günstigere steuerliche Belastung bei höheren Gewinnen
  • Flexible Gestaltung des Geschäftsführergehalts zur Steueroptimierung
  • Möglichkeit weiterer steuerlicher Gestaltungen, z.B. Verträge zwischen Gesellschafter-Geschäftsführer und GmbH
  • Höheres Ansehen und Seriosität im Geschäftsverkehr
  • Bessere Voraussetzungen für Investitionen und Vermögensaufbau, insbesondere mit Holding-Struktur

Nachteile:

  • Höhere Gründungskosten und formeller Aufwand (Notar, Stammeinlage)
  • Laufende Kosten für doppelte Buchhaltung und Jahresabschluss, die veröffentlicht werden müssen (Firmenbuch)
  • Jahresabschluss ist öffentlich einsehbar, was weniger Transparenz gegenüber Wettbewerbern und Mitarbeitern bedeutet

Für wen lohnt sich die GmbH?

Die GmbH ist besonders sinnvoll, wenn das Unternehmen ein hohes Haftungsrisiko trägt oder von Anfang an mit höheren Gewinnen rechnet. Auch in Branchen, in denen eine GmbH als seriöser wahrgenommen wird, kann die Rechtsform Vorteile bringen. Wer bereits als Einzelunternehmer tätig ist und den nächsten Schritt gehen möchte, sollte den Wechsel zur GmbH gut planen und sich professionell begleiten lassen.

Fazit

  • Einzelunternehmen: Ideal für Gründer mit kleinem Startkapital, geringem Risiko und niedrigen Anfangsgewinnen.
  • GmbH: Empfehlenswert bei höheren Gewinnen, Haftungsrisiken und dem Wunsch nach steuerlicher Optimierung und professioneller Außenwirkung.

Wer sich unsicher ist, sollte eine individuelle Beratung in Anspruch nehmen, um die optimale Rechtsform für die persönliche Situation zu finden.

Für weiterführende Informationen und praktische Tipps zur Umgründung vom Einzelunternehmen zur GmbH sowie zur Holding-Struktur steht dir unsere Holding-Masterclass zur Verfügung.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Für eine maßgeschneiderte Entscheidung empfiehlt sich die Konsultation eines Steuerberaters.