Airbnb: Was muss ich aus steuerlicher Sicht beachten?

Warum im Hotel übernachten? Immer mehr Menschen suchen ihre Übernachtungsmöglichkeiten stattdessen im Internet bei Privatpersonen, die Zimmer, Wohnungen oder gleich ihre ganzen Häuser vermieten.

Werden von Privatpersonen Zimmer oder Wohnungen an Reisende über Onlineplattformen (z.B.: Airbnb) vermietet, sind neben den gewerberechtlichen Rahmenbedingungen auch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen.

Einkommensteuer
Beschränkt sich die Vermietung auf ein einzelnes Zimmer oder eine einzelne Wohnung, so ist zu beachten, dass die Einnahmen daraus zu steuerpflichtigen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung führen. Diesen Vermietungseinnahmen können steuermindernde Aufwendungen (wie etwa Abschreibung, Strom, Gas etc.) gegenübergestellt werden. Die Vermietungseinkünfte bilden gemeinsam mit sämtlichen weiteren steuerpflichtigen Einkünften (wie insbesondere Einkünfte aus einem Dienstverhältnis) die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer und sind im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung zu deklarieren. Werden diese Vermietungseinkünfte zusätzlich zu einem Dienstverhältnis lediglich in Höhe von maximal € 730 verdient, so muss keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden.

Umsatzsteuer
Die kurzfristige Vermietung von Wohnungen kann auch zu umsatzsteuerlichen Konsequenzen führen. Bleiben die Einnahmen bzw. Umsätze pro Jahr unterhalb der Grenze von € 30.000, so sind diese von der Umsatzsteuer befreit („Kleinunternehmerregelung“). Eine Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung besteht dann nicht. Wird diese Grenze jedoch überschritten, muss 10 % oder 13 % Umsatzsteuer (abhängig von der Verrechnung und den erbrachten Leistungen) in Rechnung gestellt und an das Finanzamt abgeführt werden. Dafür können dann aber auch Vorsteuern im Zusammenhang mit der Vermietung geltend gemacht werden.

Sozialversicherung
Führen die Einnahmen aus der Privatzimmervermietung zu Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, entsteht dabei keine zusätzliche Sozialversicherungspflicht.

Tourismusabgabe (Ortstaxe)
Für Nächtigungen in Räumen, die der Privatzimmervermietung dienen, sind Ortstaxen einzuheben. Die Höhe der Ortstaxen ist vom jeweiligen Bundesland abhängig.

Fazit
Die kurzfristige Wohnraumvermietung über Online Plattformen kann vor allem aus steuerlicher Sicht bedeutende Auswirkungen haben, deren konkretes Ausmaß im Einzelfall zu beurteilen ist. Bei Fragen dazu beraten wir Sie gerne!